Nekropole Sakkara
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Götter, Gräber und der Glanz des Alten Ägypten – archäologische Sensationen rund um Memphis

Im Südosten von Kairo liegt das imposante Erbe des Alten Reichs der Ägypter (2’700–2’200 v. C.). Einst war Memphis dessen Hauptstadt. Die Legende besagt, dass hier unter der Aufsicht des Gottes Ptah, Schutzpatron der Handwerker, um 3‘000 v. C. die ersten Siedlungen entstanden. Da die Überschwemmungen des Nils häufig die Bauten zerstörten, wanderte das Stadtgebiet mit jedem Neuaufbau, sodass sich die Sehenswürdigkeiten heute über eine weite Fläche verteilen.

Kolossalstatue von Ramses II.
Kopf der Kolossalstatue von Ramses II.

Die Kolossalstatue von Ramses II.

10 Meter lang, 80 Tonnen schwer – besässe die liegende Kolossalstatue von Ramses II. (13. Jahrhundert v. C.) nicht diese Ausmasse, wäre sie wohl kaum noch an ihrem Fundort. Der italienische Forscher Giovanni Batista Caviglia legte sie 1820 frei. Heute wird diese Ikone des Alten Ägypten geschützt in einer eigenen Halle präsentiert, als Prunkstück des Freilichtmuseums von Mit Rahina, wie Memphis nun heisst.

Mit Rahina Museum (Englisch)

Die Alabaster-Sphinx

Ewiger Schutz – die Alabaster-Sphinx

Eine Sphinx, gebildet aus einem Menschenkopf und einem Löwenkörper – die perfekte Symbiose von Weisheit und Kraft – soll die heiligen Stätten beschützen. Auch die aus einem einzigen Block geformte Sphinx von Memphis, ca. 1570 v. C. errichtet, war dieser Aufgabe verpflichtet. Sie ist zwar deutlich kleiner als ihre berühmte «Verwandte» in Gizeh, aber auch filigraner in der Ausführung.

Ruine des Tempel des Ptah

Gottes Haus – der Tempel des Ptah

Die Theologie von Memphis als Hauptstadt des Alten Ägypten bestimmt eine Göttertriade als Herrscherin über die Stadt: Neben Ptah und der Kriegsgöttin Sachmet komplettiert Nefertem als Gott der Schönheit diese Riege. Vom gewaltigen Bau des Ptah-Tempels sind leider nur Ruinen und einzelne Steinblöcke erhalten. Dennoch spürt man die Dimension und die religiös-politische Bedeutung des Ortes.

Das Gelände der Nekropole von Sakkara
Wandmalerei

Das Totenreich von Sakkara

Nur 20 Autominuten von Mit Rahina entfernt liegt auf der Westseite des Nils, der «Totenseite», das weitläufige Gelände der Nekropole Sakkara. Hier gibt es Pyramiden, Sarkophage, Wandmalerien und aufwendig gestaltete Gräber zu sehen. Das Gebiet, das als «Steinernes Geschichtsbuch der ägyptischen Kultur» gilt, ist noch längst nicht vollständig erschlossen. Die Ergebnisse neuerer Grabungen werden laufend präsentiert.

Nekropole von Sakkara (Englisch)

Die Stufenpyramide mit Nebengebäuden
Eingang und die Umfassungsmauer, die die Stufenpyramide in Sakkara umgibt

Die Stufenpyramide des Djoser

Hier entstand etwa 2650 v. C. der erste monumentale Steinbau: eine über 60 Meter hohe Pyramide im Zentrum einer 15-Hektar-Anlage zu Ehren der Toten. Im Umfeld des Baus sind viele Nebengebäude nicht funktional, quasi nur Attrappen, damit der tote Herrscher die vertraute Umgebung vorfindet. So ist von den 14 Toren auch nur eines echt. Unter der Pyramide liegt in 28 Meter Tiefe ein System aus Grabkammern und Tunneln.

Grab von Mereruka in der Nekropole Sakkara
Wandreliefen im Grab des Mereruka

Frühe Comics im Grab des Mereruka

Schon der Eingang zu diesem Prachtbau mit 32 Räumen – auch für Frau und Sohn – macht klar, dass hier eine besondere Persönlichkeit des Alten Ägypten geehrt wird. Mereruka, der um 2350 v. C. lebte, stand als Wesir nur eine Stufe unter dem Pharao. Sein «Haus für die Ewigkeit» ist mit detailfreudigen Wandreliefs geschmückt, die Szenen aus der Landwirtschaft zeigen, von Bierbrauern, Bäckern und vom Fischfang. ​

Knickpyramide von Dahschur

Kluger Knick – die Pyramide von Dahschur

Eine gute halbe Autostunde südlich von Sakkara, wo deutlich weniger Trubel herrscht als in Gizeh, können Sie das Muster der Pyramiden-Geschichte nachvollziehen. In Dahschur wird der Übergang von der Stufenpyramide zur glatten Aussenfläche sichtbar, und auch die Fortschritte in punkto Statik. Die berühmte Knickpyramide zeigt, wie einst bei akuter Einsturzgefahr der Winkel während des Baus angepasst wurde.

Rote Pyramide von Dahschur

Musterbau: die Rote Pyramide

Auch in Dahschur findet sich diese «perfekte Pyramide», die als Vorbild für Gizeh diente. Ihren Namen verdankt die vermutete Grabstätte des Pharaos Snofru (etwa 2600 v. C.) dem rötlichen Kalkstein, der ursprünglich von einer Schicht hellen weissen Kalksteins bedeckt war. Das innere Gewölbe mit seinen 15 Meter hohen Kammern ist durch einen langen, engen Gang erreichbar.

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