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Feines Erbe: Ein Altstadt-Bummel durch Kotor

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Zauberhafter Kulturmix

Fast versteckt im «südlichsten Fjord Europas» liegt Kotor, ein Kleinod mediterraner Kulturgeschichte. Das smaragdgrüne Wasser der Adria zu Füssen, klammern sich Klöster, Festungen und Paläste an die karstigen Berge. Über den terrakottafarbenen Ziegeldächern wehen Palmen im Wind. Wie vor ihnen bereits Römer und Byzantiner, liessen die Venezianer hier einst Handel und Kultur erblühen. Später ergänzten andere Herrscher die reizvolle Verbindung aus Orient und Okzident, die Kotor 1979 auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste brachte. Lassen wir uns bei einem Spaziergang vom alten Glanz der kleinen Weltstadt verführen …

Sonnige Auszeit

Der wichtigste Platz Kotors ist Trg od Oružja, der Waffenplatz. In Versammlungen unter freiem Himmel wurden hier alle städtischen Angelegenheiten besprochen und geklärt – direkt neben dem venezianischen Arsenal, in dem die Waffen lagerten. Bis heute schlägt hier das Herz der Stadt. Bei einem Cappuccino unter bunten Sonnenschirmen können Sie Zeuge südlicher Lebensfreude werden, auch an pittoresken Restaurants und originellen Bars herrscht kein Mangel. Wen der Wissensdurst weiter antreibt, der kann den angrenzenden Prinzenpalast, den Turm der Stadtwache und das Theater aus napoleonischer Zeit besichtigen.

Eine Kirche für den Gänsehirten

Mitten im belebten Zentrum steht die Kathedrale Sveti Tripuna (Sankt-Tryphon-Kathedrale), eine der grössten noch erhaltenen romanischen Kirchen entlang der Adriaküste. In ihr lassen sich byzantinische Fresken- und Ikonenmalerei bewundern. Die Kirche wurde 1166 fertiggestellt und dem Heiligen Tryphon geweiht, der Legende nach bloss ein Gänsehirt – allerdings mit überirdischen Heilkräften. Er ist Schutzpatron der Gärtner und Winzer und der Stadt Kotor. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Kirche wiederholt schwere Schäden erlitt: So wurden die ursprünglichen Türme der Kathedrale 1667 bei einem Erdbeben zerstört.

Der Blick von der Burg

Dafür gibt es heute Elemente aus der Renaissance und dem Barock zu bewundern, das Erbe verschiedener Restaurateure. Ein atemberaubendes Panorama über die glitzernde Bucht belohnt diejenigen, die die 1’350 Steinstufen bis zur Festung Sveti Ivan erklimmen. Die Burg wurde zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert auf 280 Meter über dem Meeresspiegel erbaut. Und mit jedem Meter des Aufstiegs steigt auch die Bewunderung für diese bauliche Leistung. Das Gelände ist steil, und in entspanntem Tempo braucht man 45 Minuten, um die mittelalterliche Ruine zu erreichen.

Kletterspass für alle

Die alte Festungsmauer ist ein Musterbeispiel für das Zusammenspiel von Landschaft und Architektur: Zum Meer schützt das eindrucksvolle Seetor vor Eindringlingen, im Osten windet sich das Bollwerk am steilen Berghang entlang. Trotz oder gerade wegen dieses Schutzwalls war Kotor auch ein Schlupfwinkel für Seeräuber. Die vom 14.-17. Jahrhundert erbaute Mauer wurde 1979 bei einem Erdbeben schwer beschädigt. Die Unesco förderte den Wiederaufbau des über vier Kilometer langen und bis zu 15 Meter breiten Baus. Für Kinder bietet sie grossen Spass: Sie darf ganz gewaltfrei «erstürmt» und begangen werden.

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