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Burgen, Bannflüche und Bösewichte – Legenden in Irlands Süden

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Magische Kräfte

Karg und kalt, diesig und dunkel, stürmisch und stark … ja, auch das ist Irland. Und noch viel mehr: Hier grüne Wiesen mit friedlich grasenden Schafen und Kühen, dort scharfkantige Steilklippen, an denen die Wellen des Atlantiks brechen. Doch trotz aller Rauheit: Das irische Volk hat Sinn für Fantasie und entzückende Geschichten. Ob Kobolde oder Feen, Riesen oder Magier, weisse Forellen oder «Steine der Sprachgewandtheit» – die Insel ist so sagenhaft wie kaum ein anderes Stück Erde. Gehen Sie also den Geheimnissen des Landes auf den Grund, erkunden Sie die mystischen Orte der Grafschaft Cork.

Der Stein der Weisen

Auf den ersten Blick ist Blarney Castle, 20 Autominuten von Cork entfernt, eine Burgruine wie jede andere: graue Steine, soweit das Auge reicht, dekoriert mit wagemutigen Efeuranken. Hier und da trotzen Türme dem Fortgang der Zeit, der Schlossgarten liegt, wie sich das gehört, meist im Nebeldunst. Doch wer sich auf eine der beliebtesten Attraktionen Irlands einlässt, wird von einer magischen Welt in den Bann gezogen: Ob Dungeon unterhalb der Erdoberfläche, Poison Garden mit seltenen Giftpflanzen oder der Blarney Stone, welcher der Legende nach für einen Kuss die Gabe der Sprachgewandtheit schenkt – dieser Ort verzaubert. Es könnte daran liegen, dass im angrenzenden Wald eine echte Burghexe lebt …

Blarney Castle (Englisch)

Eine Insel mit vielen Gesichtern

Haben Sie schon mal vom Meisterdieb «Jack in the Box» gehört? Der revolutionierte im 19. Jahrhundert das Klauen. Um an kostbare Güter in Zügen zu kommen, baute er sich eine Box, die er von innen öffnen konnte, stattete sie mit Luftlöchern und Snacks aus und kam so unbemerkt an schimmernde Schätze im Gepäckwaggon. Dafür ging’s ab ins Gefängnis, nach Spike Island, dem etwa 15 Kilometer südöstlich von Cork gelegenen «Alcatraz Irlands», das übrigens nicht immer ein Ort für Schurken war: Einst ein Kloster, im 18. Jahrhundert dann als Festung zweckentfremdet, erinnert Spike Island heute als Museum an die vielen Gesichter einer Insel, von der niemand je entkam.

Spike Island (Englisch)

«My heart will go on» in Cobh

Die Tragödie ist weltbekannt: Am 14. April 1912 rammte die vermeintlich unsinkbare «Titanic» kurz vor Neufundland einen Eisberg und sank auf den Grund des Ozeans. Was kaum jemand weiss: Nur drei Tage vor dem Unglück legte sie im Hafen von Cork an, nahe dem Örtchen Cobh, 22 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ein letztes Mal gingen 123 Männer, Frauen und Kinder aufs Schiff. Noch heute steht das originale White Star Line Ticket Office im auch Queenstown genannten Stadtzentrum und nimmt Neugierige mit auf eine Reise in die Vergangenheit an Bord der «Titanic» – eine gefühlvolle Erinnerung an die letzten Passagiere des Giganten.

Cobh Tourism (Englisch)

Ein wehrhafter Stern

Auf den ersten Blick passt sie so gar nicht an diesen idyllischen Ort, nach Kinsale, das Sie mit dem Auto von Cork aus in einer halben Stunde erreichen. Inmitten von Weiden liegt ein wahrer Koloss von Festung in Sternenform – eine raffinierte Idee des Architekten William Robinson, die ihm im 17. Jahrhundert in den Sinn kam, um die Burg noch unbezwingbarer zu machen. Wer Charles Fort besichtigt, ist nicht nur umgeben von meterhohen Steinmauern, sondern hat von oben freie Sicht auf Hafen und James Fort, das zerfallene Pendant gegenüber. Besuchen Sie nach Ihrer Erkundungstour ruhig noch den Pub «Oscar Madisons» in der Innenstadt. Es lohnt sich wegen des gut gekühlten Guinness und der fast immer prächtigen Stimmung dort.

Charles Fort (Englisch)

Vom Gefängnis zur Gaumenfreude

Wenn Sie gerade in Kinsale sind, sollten Sie unbedingt noch einen Abstecher in die Cork Street machen. Hier liegt nämlich Desmond Castle, die kleine Schwester des berüchtigten Tower of London, in dem bekanntlich – nach und vor anderen – Heinrich VIII. viele Gegner martern liess. Wer über die zentrale Lage des Gefängnisturms mitten im Stadtzentrum beunruhigt ist und auf den Schreck erstmal einen kräftigen Schluck irischen Wein braucht, muss nicht weit laufen. Das Gefängnis ist seit 1997 Geschichte, heute befindet sich hier, durchaus überraschend, das International Museum of Wine, wo Sie sich ausführlich über die glanzvolle Historie irischer Weine unterrichten lassen können.

Desmond Castle (Englisch)

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