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Genuss und Geschichte – eine kleine Kuba-Rundreise

“Ron y son” – Rum und Salsa – lautet das Lebensmotto auf Kuba. Dazu die eine oder andere Zigarre – und ein kleines bisschen Revoluzzer bleiben. Eine Rundreise, um Land und Leute kennenzulernen, lohnt sich auf jeden Fall. Unsere Autorin führte diese von der Hauptstadt Havanna über Cienfuegos und Trinidad in Zentral-Kuba ins Ferienparadies Varadero.

Wer nach Kuba reist, stellt seine Uhr im Kopf am besten ein bisschen weiter zurück als die üblichen sechs Stunden. In Castros Reich (Raúl hat 2008 seinen inzwischen verstorbenen Bruder Fidel als Staatspräsident abgelöst) läuft die Zeit langsamer als anderswo. Nicht nur, dass man beim Anblick der Häuser und Autos das Gefühl hat, in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stehen geblieben zu sein. Sondern auch weil es ganz einfach sehr, sehr selten jemand wirklich eilig hat. Deshalb gelten hier drei Grundsätze: entspannen, geniessen, staunen.

Fotos: Sandra Casalini

Trinken und tanzen an jeder Strassenecke

Wer sich in Kuba einfach durch die Strassen treiben lässt – sei das in Havanna, Varadero oder in jedem anderen beliebigen Ort – merkt schnell: «Ron y son» bedeutet hier viel mehr als Trinken und Tanzen. Rum ist sozusagen ein Grundnahrungsmittel, den Mojito gibt’s vor jedem Essen zum Apéro, den Rum an jeder Strassenecke – genau wie den Son, die kubanische Version des Salsa. Denn auch Tanzen gehört in Kuba nicht nur in Clubs oder auf Partys, sondern auch – und vor allem – auf die Strasse. «Ron y Son» ist ein Lebensgefühl, das alle Kubanerinnen und Kubaner miteinander verbindet. Wer Teil davon sein will, genehmigt sich am besten gleich nach der Landung einen Schluck Rum und bewegt sich im Takt, wann immer man Musik hört.

Wer eine gute und preiswerte Alternative zu einem Hotel sucht, übernachtet in einem «Hostal», einer privaten Unterkunft. Ich komme die ersten Nächte aber im Hotel Capri im Stadtteil Vedado unter, nur wenige Meter entfernt von der berühmten Uferpromenade, dem Malecón. Die zentrale Lage und der Pool auf der Dachterrasse sind bei dem tropischen Klima nicht zu verachten!

Bohnen, Reis – und der beste Schoggikuchen der Welt

In Havanna gibt es eine gefühlte Million Dinge zu entdecken. Von der Uferstrasse Malecón, die am Abend zur gemütlichen Partymeile wird, über die Obst-, Gemüse- oder Kunstmärkte bis hin zum historischen Zentrum Havannas, das 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – La Plaza de Armas, El Templete, der Palast der Generalkapitäne, der Kathedralenplatz, La Plaza Vieja oder Hemingways «La Bodeguita del Medio» – lassen sich bequem bei einem Spaziergang besichtigen. Von der Festung «Castillo de los Tres Reyes Magos del Morro» aus bietet sich ein herrlicher Ausblick über die Stadt. Mein Highlight: mich in einem Oldtimer-Cabrio durch die Gegend chauffieren lassen. Wind im Haar, Salsa im Ohr und den unvergleichlichen Geruch dieser Stadt in der Nase. Unvergesslich!

Apropos Geruch und Geschmack: Entgegen vieler Vorurteile ist Kuba kulinarisch tatsächlich recht vielfältig. Neben dem Rum gehören Reis und Bohnen zwar zu den Grundnahrungsmitteln, aber in vielen sogenannten «Paladares» – privaten Restaurants – isst man sehr gute Fleisch- und Fischgerichte und feine Desserts. Eine Spezialität sind Nachspeisen mit Guaven, einer nur leicht süsslichen Frucht. Ich mag sie am liebsten mit Käse und einem einheimischen «Bucanero»-Bier. Das beste Dessert von allen war aber ein Schoggikuchen – der beste, den ich je probiert habe. Und dafür musste ich als Schweizerin nach Kuba reisen! Serviert wurde er im Paladar «La Guarida», wo das Essen auch sonst absolut fantastisch ist. Das Schmuckstück liegt versteckt im dritten Stock eines alten, verfallen wirkenden Hauses, ist aber seines Kultstatus’ wegen trotzdem immer voll, schliesslich wurde hier 1992 der oscarnominierte Film «Fresa y chocolate» gedreht. Zudem speisten hier schon diverse Berühmtheiten, unter anderem Mitglieder des spanischen Königshauses, von deren Besuch diverse Fotos an den Wänden zeugen.

Cienfuegos und Trinidad: Atemberaubende Kolonialarchitektur

Auch wenn man in Havanna wochenlang jeden Tag Neues entdecken könnte, wäre es eine Schande, nicht auch noch andere Ecken von Kuba zu erkunden. Anbieter wie Cuba Real Tours offerieren verschiedene Touren. Meine führt mich im klimatisierten Kleinbus zuerst von Havanna aus in den zentralen Süden in das durch seine französische Kolonialarchitektur geprägte Städtchen Cienfuegos. Eine grosse Freude für Rafael, den Reiseführer dieser Tour, denn er stammt von dort. Rafael spricht übrigens fliessend Deutsch, was in Kuba keine Seltenheit ist, haben doch viele Kubaner in den Siebzigern und Achtzigern einige Semester in der damaligen DDR studiert – der engen Verbindung des Kommunismus wegen sei Dank.

Nach einem Spaziergang durch Cienfuegos und einem Besuch des nostalgischen Teatro Tomás Terry, wo einst der italienische Opern-Star Enrico Caruso («O sole mio») sang, geht es der Panorama-Küstenstrasse entlang weiter nach Trinidad. Auch dieses Städtchen besticht durch einzigartige Kolonialarchitektur und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mitten im Ort liegt das wunderhübsche Casa Particular «Mansión Alameda» mit grosszügigen, gemütlichen Zimmern und einem lauschigen Gärtchen. Genau richtig zum Entspannen, bevor es abends auf die Strassen geht. Vor allem am Wochenende gleicht Trinidad dann einem Bienenstock – beziehungsweise ist der ganze Ort eine einzige Party. Überall spielen Bands – in Lokalen, auf Strassen und Treppen, von traditionellem Son bis zu modernem Reggaeton gespickt mit Rap-Elementen – es wird getanzt, getrunken und gefeiert. Kubas Lebensgefühl hautnah!

Santa Clara: Entdecke den Revoluzzer in dir!

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der kubanischen Geschichte. Von Trinidad aus geht es ins Landesinnere nach Santa Clara, wo Revolutionsführer Ernesto «Che» Guevara im Dezember 1958 seinen wichtigsten Sieg errang. Indem er nach zwei Jahren Guerillakrieg gegen die zahlenmässig weit überlegene Armee der Regierung das strategisch wichtige Santa Clara einnahm, ebnete er den Rebellen den Weg nach Havanna. Tage später floh Diktator Fulgencio Batista y Zaldivar aus Kuba.

Heute steht an diesem geschichtsträchtigen Ort eine Gedenkstätte für den in Kuba immer noch hoch verehrten Revoluzzer. 1997 wurden die sterblichen Überreste Che Guevaras von Bolivien nach Kuba überführt und in einem eigens geschaffenen Grabmal bei der Gedenkstätte beigesetzt. Mit ihm ruht dort eine stattliche Anzahl seiner Mitkämpfer. Zudem gibt es ein Museum, in dem diverse Stücke aus dem Leben Che Guevaras und anderer Rebellen ausgestellt sind, von Schriftstücken (besonders spannend: Briefe von Fidel Castro an Che) über Kleidung und Waffen bis zu Fotos. Hochinteressant – vorausgesetzt, man liest sich zuvor etwas in die kubanische Geschichte ein. Oder man hat einen Reiseführer wie Rafael, der einem Eckdaten und Zusammenhänge erklärt.

Schön, schöner, Varadero!

Am Nachmittag steigt unsere kleine Reisegruppe wieder in den Bus und fährt weiter. Kleiner Tipp: Wer unterwegs an einer Raststätte einen Stopp einlegt, sollte sich unbedingt einen Espresso gönnen. Erstens, weil der Kaffee grossartig ist, und zweitens, weil er mit einem Stück Zuckerrohr statt eines Löffels serviert wird: Ins Rohr beissen, Zuckerwasser raussaugen, ein Schluck Kaffee hinterher – himmlisch!

Die letzte Destination, bevor es wieder nach Hause geht: Varadero, wie Havanna an der Nordküste gelegen. Das Hotel Meliá Marina Varadero liegt direkt am Meer und mitten in einem Naturschutzgebiet. Die Ferienanlage bietet alles, was das klassische Ferien-Herz begehrt: Es beinhaltet eine Hafenanlage, Restaurants, Bars, Spa und Kinderclub. Vom Hafen aus kann man zum Beispiel mit Katamaranen ins Meer hinausfahren und Delfine beobachten. Man kann aber auch einfach auf einen Liegestuhl im schneeweissen Sand liegen und gar nichts tun – ausser sich ab und zu im glasklaren, türkisblauen Meer zu erfrischen. Schliesslich gehören die Strände von Varadero zu den schönsten der Karibik. Klar, man könnte auch schnorcheln oder tauchen gehen. Aber das Schöne hier ist: Man muss nicht. Man muss gar nichts. Ausser einem letzten Glas Rum und einer Zigarre, bevor man wieder nach Hause fliegt.

3 Tipps von Trinidad nach Varadero

1. Mansión Alameda Trinidad: Eine wunderschöne Casa Particular im Herzen von Trinidad an der Südküste Zentralkubas. Die Villa wurde nach einem Umbau im Winter 2017 wiedereröffnet. ;;; (Calle Alameda 69, Trinidad, Cuba, www.mansionalameda.com)

2. Che-Guevara-Gedenkstätte Santa Clara: Im Mausoleum ruhen die sterblichen Überreste von Revolutionsführer Ernesto «Che» Guevara und vieler seiner Mitstreiter, im Museum findet man Ausstellungsstücke aus ihrem Leben.;;; (Santa Clara, Cuba)

3. Hotel Meliá Marina Varadero: Das Luxushotel in Kubas schönstem Ferienort bietet alles, was das Herz begehrt, inklusive eigenem Yachthafen und Privatstrand mit schneeweissem Sand an türkisblauem Meer. Egal, ob man Entspannung oder Action sucht, hier findet man alles.;;; (Autopista del Sur y Final, Punta Hicacos, Varadero, Cuba, www.melia.com/Melia/Marina_Varadero)

Text: Sandra Casalini