Sardinien von Nord bis Süd | Edelweiss

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Sardinien im Herzen: Liebe auf den ersten Blick

Natürlich kann man auf Sardinien einfach Badeferien machen. Sehr gut sogar, denn die italienische Insel bietet wunderschöne Strände. Aber es lohnt sich, auch die anderen Seiten des Eilands zu entdecken: Städte, Dörfer, Berge und Sehenswürdigkeiten. Sardinien ist die Insel der Vielfalt!

Für alle, die sich nicht tagelang in einem Hotel verschanzen möchten – und es gibt Hotels in Sardinien, in denen man es ohne Frage sehr lange aushält, ohne einen Fuss vor deren Tore zu setzen –, ist ein Mietauto ein absolutes Muss. Meine Reise führt mich von Olbia, dem Tor zur berühmten Costa Smeralda, zur Hauptstadt Cagliari, weiter nach Pula an der Südküste und übers Landesinnere zurück nach Olbia. Im Schlepptau meine Familie mit zwei Kindern im Primarschulalter.

Nach einem Kaffee am Alten Hafen von Olbia geht es los zu einer kurzen Stadtbesichtigung. Um die Kinder bei Laune zu halten, bekommen sie ein Eis in der ersten Gelateria am Weg. Sie lieben die Geschmacksrichtung „Puffo“, was „Schlumpf“ bedeutet, und nichts Anderes ist als blau gefärbtes Rahmglacé. Wir schlendern durch die hübsche Stadt und schauen uns die Basilica di San Simplicio an. Meine Tochter hat ihre Sonnenbrille vergessen – zum Glück gibt es Dutzende Strassenhändler, die welche feilbieten (und ich frage mich, warum keiner auf die Idee kommt, etwas Anderes zu verkaufen. Dies nur am Rande...)

Fotos: Sandra Casalini

Costa Smeralda: Der Reiz der Smaragdküste

In unserem kleinen Mietauto fahren wir der Küste nach Richtung Norden. In Golfo Aranci legen wir einen Stopp ein, um zu Mittag zu essen. Der Ort ist ein Geheimtipp, befindet er sich doch abseits der Strasse nach Porto Cervo und wird so meist „umfahren“. Ein Abstecher lohnt sich aber: Die Strände bestechen durch schneeweissen Sand und ein Meer in allen Blauschattierungen. Das Hotel Blu sieht von aussen superb aus, ist aber leider an eine Hochzeitsgesellschaft vermietet. Wir landen schliesslich im Restaurant La Spigola, in dem man direkt auf dem Sand speist. Der Thunfisch schmeckt grossartig, und die Kinder loben ihre Pasta.

Gestärkt fahren wir weiter ins berühmte Porto Cervo, wo wir im Hotel Balocco absteigen. Die Loge thront hoch über dem Meer und bietet einen grandiosen Ausblick über die Gegend. Ein Nachmittag am Pool in der warmen Sonne ist eine verlockende Option. Aber noch mehr reizt uns ein Ausflug ins Dorf, ins mondäne Porto Cervo – einmal im Leben muss man das sardische Mekka der Schönen und Reichen ja gesehen haben. Unter Galerien direkt am Meer, in Gassen und um Plätze reihen sich Luxusboutiquen und Cafés aneinander, Touristen drücken sich an den Schaufenstern von Cavalli, Louis Vuitton und Miu Miu die Nasen platt und stehen vor den Gelaterias an. Mütter führen ihren durchgestylten Nachwuchs im Kinderwagen spazieren, Hundehalter ihre durchgestylten Vierbeiner. Es ist ein einziges Sehen und Gesehenwerden.

Der nächste Tag steht im Zeichen der Kultur. Die Nuraghen sind wichtige Zeitzeugen der sardischen Geschichte. Die Insel war seit jeher von diversen Völkern besetzt, so hinterliessen zum Beispiel die Phönizier, die Römer und die Katalanen hier ihre Spuren. Die Nuraghen wurden in einer raren Zeitspanne errichtet, in der Sardinien nicht besetzt war. Die prähistorischen Turmbauten kommen aus der Bonnanaro-Kultur um 1600 bis 400 vor Christus. Man geht davon aus, dass sie als Kultstätten oder auch als Burgen oder Stätten der Zusammenkunft genutzt wurden. In Arzachena, im Hinterland der Costa Smeralda, befinden sich die Nuraghe La Prisgiona. Es ist eine eher kleine Nuraghen-Siedlung (eine der grössten und besterhaltenen, Su Nuraxi, ist bei Barumini in Südsardinien). Trotzdem ist es beeindruckend, wie die Leute zu dieser Zeit mit blossen Händen meterhohe Türme erbaut haben. Gleich neben La Prisgiona befindet sich Coddu Vecchiu, eines der bekannten Gigantengräber Sardiniens. Die Gemeinschaftsgräber aus der Nuraghenzeit haben meterhohe Eingänge, deshalb ihr Name.

Cagliari: Die Stadt auf sieben Hügeln

Von Arzachena aus fahren wir wieder Richtung Meer. Baja Sardinia ist ein wunderhübscher Ort am azurblauen Wasser. Leider haben wir nur Zeit für einen kurzen Kaffee, denn wir wollen weiter Richtung Süden. Gut drei Stunden dauert die Autofahrt von Olbia im Norden der Insel zur sardischen Hauptstadt Cagliari im Süden. Das heisst, wenn man auf der Schnellstrasse fährt, Autobahnen gibt es hier nicht. Der Unterschied liegt allerdings nur im Namen – und in der Tatsache, dass man keine Gebühren zahlt. Wer Zeit hat, sollte aber unbedingt ein Stück an der Küste entlangfahren. Die Orte und Strände sind genauso unterschiedlich wie unglaublich schön. Nördlich von Olbia sind zum Beispiel La Conia mit feinstem gelbem Sandstrand und tiefblauem Meer oder Porto Rotondo, die „kleine Schwester“ von Porto Cervo, mit den beeindruckenden Yachten im als Rondell angelegten Hafen. Südlich von Olbia geht es weiter nach San Teodoro oder Porto Ottiolu mit weissen Sandstränden und Blick auf die Inseln vor der Küste. Aber man könnte wohl an jedem Ort anhalten, in einem Restaurant am Meer sitzen, ein Glas einheimischen Vermentino oder einen Espresso trinken und sich von dem fantastischen Anblick betören lassen.

Im Süden angelangt geht es mitten in die Hauptstadt Cagliari hinein. Das „T Hotel“ ist ideal gelegen für einen Städtetrip: nahe dem Zentrum, aber doch einigermassen ruhig, und gleich um die Ecke des grössten Marktes des Landes, des Mercato San Benedetto. Während meine Familie frühmorgens noch schläft, begebe ich mich auf Erkundungstour durch die Stadt. Ich liebe diese Zeit, wenn alles aufwacht, und in Italien liebe ich sie doppelt und dreifach. Das Geklapper der Kaffeetassen, das Geschnatter und der Duft von Caffè und Brioches aus den Bars, die Ladenbesitzer, die ihre Geschäfte öffnen, die Kinder, die lärmend und lachend zur Schule laufen. Später gehen wir gemeinsam auf Entdeckungstour. Hier wäre ein Stadtplan in 3-D nützlich, denn genau wie Rom wurde Cagliari auf sieben Hügeln erbaut. So gibt es in der Stadt nicht nur Strassen und Gassen, sondern auch diverse Lifte, die auf die Hügel hochfahren. Natürlich gäbe es auch Treppen, aber wir bevorzugen den Fahrstuhl zur Bastion von St. Remy. Der Ausblick über Stadt, Hafen und Meer ist atemberaubend! Ein paar Schritte weiter steht die Kathedrale von Cagliari, die meine Tochter und ich andächtig besichtigen (Mann und Sohn tragen Shorts und müssen deshalb draussen bei einem Gelato warten, was sie nicht wirklich zu stören scheint.) Nach einem Apéro im Hafenviertel (das „75“ hat die sympathischsten Serviertöchter der Welt, die sich sehr viel Mühe geben, Touristen den sardischen Dialekt beizubringen) fahren wir weiter Richtung Süden.

Das Supramontemassiv: Ein Ort wie eine Fata Morgana

Direkt ausserhalb von Cagliari erstrecken sich Salinen, in denen es von Flamingos wimmelt. Beim Vorbeifahren fühlt man sich fast wie auf einer Safari, lassen sich die pinken Vögel doch gar nicht von den Autos stören. Nach gut 50 Minuten Autofahrt sind wir im Paradies. Das „Forte Village“ in Santa Margherita di Pula bietet alles, was das Herz begehrt - sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Das Feriendorf liegt direkt am Strand und hat 700 Zimmer und Ferien-Bungalows in jeder Preisklasse, von der einfachsten Version bis zur privaten Villa mit eigenem Infinity-Pool. Einige der besten Restaurants Europas befinden sich hier, unter anderem Gourmettempel der Starköche Gordon Ramsay und Alfons Schuhbeck. Die Kids – und auch die Erwachsenen – können sich in einem riesigen Kinderland tummeln, Gokart fahren, bowlen, Tennis oder Fussball spielen und vieles mehr. Das Meer ist eindeutig wärmer als im Norden, und ich stürze mich am hauseigenen Strand freudig in die Fluten. Meine Kinder bevorzugen einen der diversen Pools, danach spielen sie Fussball und Ping-Pong und fallen abends todmüde ins Bett in unserem Bungalow.

Die Begeisterung von uns allen hält sich in Grenzen, als wir diesen paradiesischen Ort verlassen müssen. Auf der Schnellstrasse geht es wieder Richtung Norden, diesmal ins Landesinnere. Staunend fahren wir durchs Städtchen Nuoro am Fusse des Monte Ortobene auf 600 Metern über Meer. Nach dem Ort Oliena erreichen wir unser Ziel: „Su Gologone”, ein Schmuckstück am Nordhang des 1400 Meter hohen Supramontemassivs. Fast glaubt man an eine Fata Morgana: Mitten in den Bergen mit Blick auf die gigantischen Kalkfelsen befindet sich dieses hübsche Hotel mit beheiztem Pool, Minigolfplatz und einem der besten sardischen Restaurants der Insel. Die Bar liegt inmitten riesiger Kakteen, angeschmiegt an Felswände, in der wildesten Natur. Auf der Getränkekarte stehen jedoch die edelsten Champagner, von Roederer über Krug bis Dom Pérignon. Überall sind Kunstgegenstände ausgestellt, die man kaufen kann, und auch die Gästezimmer sind wahre kleine Kunstwerke. Wer also einen Trip ins Innere der Insel wagen möchte: Es lohnt sich wirklich!

Leider geht unsere Zeit auf Sardinien ihrem Ende zu und wir fahren zurück Richtung Olbia. Die atemberaubende Mittelmeerinsel hat unsere Herzen erobert. Mit ihren schneeweissen und goldgelben Stränden. Mit ihrem tiefblauen, türkisen und azurblauen Meer. Mit ihren grünen Hügeln und kalkweissen Bergmassiven. Mit ihren Rebbergen, Olivenhainen und Zitrusplantagen. Mit ihren kulturellen Stätten, kleinen Orten und spannenden Städten. Mit ihren grossartigen Weinen und den schmackhaften Pasta- und Fleischgerichten (die für geschätzt zwei Kilo Gewichtszunahme pro Person sorgen). Und vor allem mit ihren freundlichen und hilfsbereiten Einwohnern. Es gäbe noch so viel zu entdecken. Wir kommen wieder. Denn wir haben uns alle hoffnungslos verliebt in diese wundervolle Insel.

4 Tipps für Sardinien

Südsardinien - Forte Village Resort: Das ultimative Ferien-Erlebnis in Südsardinien. Gut 50 Minuten Autofahrt vom Flughafen Cagliari liegt das Resort direkt am Strand und bietet alles, was das Herz von Gross und Klein begehrt, von Sport und Spass über Kulinarik bis zum puren Luxus. (Strada Statale 195, Sulcitana, 09010 Santa Margherita di Pula CA, Italien, www.fortevillageresort.com)

Costa Smeralda - Hotel Balocco: Hoch über dem mondänen Porto Cervo gelegen hat man von Pool, Restaurant und Zimmern aus einen gigantischen Blick über Hügel, Dörfer und Meer. Ob Bootsausflüge, Baden an einem der wunderschönen Strände oder ein Trip ins Hinterland - die Nordostküste Sardiniens, die berühmte “Costa Smeralda”, hat weit mehr zu bieten als Sehen und Gesehenwerden. (07021 Porto Cervo, Olbia-Tempio, Italien, www.hotelbalocco.it/de)

Im Landesinneren - Su Gologone: Ein bezaubernder Ort mitten im Supramontemassiv in der Nähe des Städtchens Nuoro, eine gute Autostunde vom Flughafen Olbia. Ein Bad im Pool mit Blick auf grüne Hügel, ein Drink unter Kakteen, ein original sardisches Essen im Restaurant und ganz viel Kunst. Die Reise ins Landesinnere lohnt sich. (Località su Gologone, 08025 Oliena NU, Italien, www.sugologone.it/de)

Buchen: Ob Familienferien, Badeurlaub oder Rundreise: Der Italienspezialist Smeraldo Tours hat für jeden etwas im Angebot. Vor Ort betreuen kompetente deutschsprachige Mitarbeiterinnen die Gäste. (Grindelstr. 6, 8304 Wallisellen, Tel. 044 908 50 10, E-Mail: info@smeraldo-tours.ch, www.smeraldo-tours.ch)

Text: Sandra Casalini