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Surfin’ USA – Wellenreiten in San Diego

Neben Hawaii ist die Küste Kaliforniens das wohl bekannteste Surfer-Paradies der Welt. Für unvergessliche Surfer-Ferien in San Diego lohnt es sich, dem Gespür und Wissen der lokalen Surf-Cracks zu vertrauen.

Sand zwischen den Zehen, frische Meeresluft im Gesicht und der Klang der Wellen im Ohr – dieses Gefühl ist den Kaliforniern vertraut. Kein Wunder also, dass sich in San Diego alles ums Meer dreht: Mit "Life is a beach" umschreiben die Einheimischen ihre Lebenseinstellung. Und ihre Leidenschaft für den Wassersport ist deshalb fast so gross wie der Ozean selbst. San Diegos lokale Surf-Kultur reicht zurück bis 1916, damals fand am Del Mar Pier die erste Surf-Ausstellung San Diegos statt. Seither hat sich die kalifornische Stadt zu einer einzigartigen Surfer-Metropole gemausert und beheimatet Surf-Profis, bekannte Board-Designer und spannende Sehenswürdigkeiten rund um die Populärkultur. So ehrt das "California Surf Museum" in Oceanside (der Eintritt ist kostenlos) San Diegos Surfer-Legenden und zeigt eine grosse Auswahl an Vintage-Brettern und Surfer-Memorabilien. Und die "Surfing in San Diego"-Ausstellung in der "San Diego Hall of Champions" im Balboa Park zeigt die historische Entwicklung des Surf-Sports und -Lifestyles.

Seinen Ruf als Wassersport-Mekka verdankt San Diego seinem traumhaften Wetter – dem schönsten in ganz USA – mit über 300 Sonnentagen im Jahr. Und man kann dank den angenehmen Wassertemperaturen und guten Dünungen wirklich das ganze Jahr über vor San Diego surfen. Dazu kommen über 100 Kilometer Küstenlinie und 33 öffentliche Strände, die zur Wellenjagd einladen.

Fotos: zvg/SanDiego.org/Joanne DiBona/Lisa Field/Brett Shoaf

In Surf-Schulen vom Profi lernen

Auch wenn surfen lernen alles andere als einfach sein kann – vor allem, wenn einem die kalifornischen Kids mühelos vor der Nase rumkurven, Spass macht die Sportart Gross und Klein. Für alle, die von Experten lernen wollen, gibt es in San Diego eine Vielfalt an Surf-Schulen und -Camps, die Gruppen- oder Privatkurse anbieten. Emiliano Abate gründete seine "Pacific Surf School" vor rund zehn Jahren. Mit mittlerweile über 200'000 unterrichteten Schülerinnen und Schülern erlebt der ehemalige Profi-Surfer hautnah, wie der Sport und der Spirit seit Jahren die Massen begeistern, aber auch einschüchtern: "Die Ausrüstung, der Ozean, andere Surfer und die Komplexität des Surfens selbst entmutigen die meisten, bevor sie überhaupt mit dem Surfen anfangen. Dabei wollen so viele den Sport für sich entdecken. Unsere Mission ist es, den Schülern mit der richtigen Technik die anfängliche Frustration zu nehmen. Jeder soll in seinem eigenen Tempo das Surfen lieben lernen."

Unbeschwerte Ferien dank lokalem Surf-Guiding

Damit nicht nur Anfänger, sondern auch fortgeschrittene Surfer ihre perfekte Welle finden können, vermittelt die Schweizer Boardsport-Reiseagentur "Sudden Rush" Surf-Urlaube in Form von Camps. Der Reiseveranstalter ist auf der ganzen Welt tätig, auch in San Clemente nördlich von San Diego. "Wir arbeiten dabei mit lokalen Guides zusammen, welche die Surfer täglich an Spots bringen, die der Individualreisende nicht gleich auf Anhieb findet", erzählt "Sudden-Rush"-Geschäftsleiter Tibor Baschnonga. Gerade beim Surfen seien lokale Kontakte und Tipps äusserst wertvoll: "Wenn man sich mit seinem Guide oder den Einheimischen vor Ort unterhält, findet man schnell heraus, ob und wo die tagesaktuellen Bedingungen für das persönliche Surf-Level geeignet sind", rät Baschnonga. Wer in San Diego auf eigene Faust nach Wellen jagt, riskiere es, sein Können zu überschätzen oder die perfekten Spots zu verpassen: "Naturereignisse wie die Stärke und Richtungen der Swells (dt. Dünungen) können den vermeintlich actionreichsten Spot in einen flachen Tümpel verwandeln – und umgekehrt."

Das richtige Material – also ein geeigneter Wetsuit und das passende Brett – ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, der zu einer authentischen und unvergesslichen Surf-Erfahrung in San Diego verhilft. Auch hier verweist der Surf-Reise-Spezialist auf das Wissen von Profis: "Was man ohne Beratung kauft oder mietet, passt oft nicht zum eigenen Level oder den örtlichen Bedingungen. In einer Schule oder in einem Camp wird sichergestellt, dass die Surfer täglich mit der passenden Ausrüstung ins Meer springen können." Und schliesslich gilt gerade beim Surfen: Der passionierte Surfer ist immer auf der Suche nach einer individuellen Erfahrung, die ihn eins mit der Natur werden lässt. Ein Camp oder eine Schule steht nicht im Widerspruch dazu, so Tibor Baschnonga: "Mit einem einheimischen Guide an der Seite kann man sicherstellen, dass man das Beste aus den Surf-Ferien rausholt und zur richtigen Zeit am richtigen Spot surft."

Surfen in San Diego – die besten Spots:

Für Surf-Newbies: von Mission Beach bis La Jolla.

Die lange Küste zwischen Mission Beach und Pacific Beach ist der zentralste Ort für Surf-Neulinge in San Diego. Am Mission Boulevard ist auch die illustre Beach- und Surf-Szene San Diegos zu Hause: Die Promenade ist von morgens bis abends mit Joggern, Spaziergängern und Bikern gefüllt, viele Läden, Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein. Wer den nächsten Schritt wagen will, kann es den vielen Kaliforniern gleichtun, sein Brett aufs Autodach schnüren und sich an den nördlich gelegenen, windgeschützten Reef Break im Tourmaline Surfing Park wagen.

Die meisten Surf-Schulen und Camps sind neben der Central Coast in La Jolla zu finden, auch einheimische Kids perfektionieren hier ihre Technik, bevor sie sich an den grösseren Wellen messen. Es gibt zahllose Reef Breaks rund um La Jolla, für Fans der Surf-Kultur ist Windansea ein Besuch wert. Der Spot taucht unzählige Male in Surf-Filmen und der Literatur auf und erfreut sich deshalb grosser Beliebtheit.

Für erfahrene Wellenjäger: von Del Mar bis San Onofre

Nördlich von La Jolla liegt Blacks Beach, der Ort mit "San Diegos besten Wellen". Der Beach Break mit teils meterhohen Wellen ist allerdings nicht leicht zu erreichen: Zum Strand muss eine lange Wanderung über die Klippen in Kauf genommen werden und im Wasser muss man ein ziemliches Stück paddeln, um das Line-Up zu erreichen.

Zu den verlässlichsten Surf-Spots im nördlichen Teil des Countys gehört Del Mar. Mit einer guten Lage für alle Dünungen und einem Mix aus Sandstrand und Riffgrund verteilt sich der Ansturm an Wellenreitern bis nach Torrey Pines State Beach und lässt somit genug Platz für alle.

Einer der beliebtesten Surfer-Orte der Welt ist Encinitas: Dort warten die schnellen Wellen vom Cardiff Reef, daneben finden sich das kleinere Seaside Reef und der bekannte Spot Swamis. An der Grenze zu Orange County liegen der weltbekannte San Onofre State Beach und der etwas schwer zugängliche Spot Trestles. Im September gastiert dort die Weltelite mit einem grossen Contest der World Surf League – aber auch im Alltag sind hier die Profis der Surf-Szene anzutreffen. Neuankömmlingen wird empfohlen, sich zuerst in der "Inside"– dem Bereich zwischen Line-Up und Küste, wo die kleineren Wellen brechen – zu akklimatisieren, bevor man sich an den Point Break wagt. Wer langsamere und einfachere Wellen bevorzugt, findet diese weiter die Küste runter bei Old Man’s.

(Text: Larissa Eichin)