Navigation

Herzlich Willkommen bei Edelweiss. Um Ihren Besuch auf unserer Webseite zu erleichtern, verwenden wir Cookies. Mit Ihrem Besuch auf flyedelweiss.com akzeptieren Sie unsere Cookie Policy.

Suche

Suchen

Unter dem Meer

Vor mehr als 30 Jahren entschied sich Walter Frischbutter gegen das Leben in Anzug und Krawatte und machte seine grösste Leidenschaft zum Beruf. In Punta Cana in der Dominikanischen Republik leitet er heute eine Tauchschule und zeigt Wassersport-Fans die schönsten Spots im türkisblauen Meer.

Kilometerlanger weisser Sandstrand, türkisfarbenes Wasser, sommerliche Temperaturen das ganze Jahr über: Dass Punta Cana in der Dominikanischen Republik als eines der liebsten Reiseziele der Kälte-geplagten Europäer gilt, ist kein Wunder. Auch Walter Frischbutter hat es hierher verschlagen. Der sympathische Mann mit der robusten Art stammt aus Deutschland - und auch ihm wurde es dort irgendwann zu kalt. Seit mehr als 30 Jahren lebt er in wärmeren Gefilden. “Es war meine Abenteuerlust und der Drang danach, aus dem Alltag auszubrechen, die mich dazu bewegten, aus Deutschland weg zu gehen!” Zuerst zog es ihn nach Sizilien, dann auf die Malediven, wo er zweieinhalb Jahre als Tauchlehrer tätig war. Anschliessend verbrachte er 15 Jahre in Santo Domingo, und nun lebt er in Punta Cana. Beruflich hat er sich voll und ganz seiner grössten Leidenschaft verschrieben: Er leitet die Tauchschule “VIP Divers” und zeigt den Urlaubern in der Karibik, was es unter der Wasseroberfläche zu entdecken gibt.

Fotos: Walter Frischbutter

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

“Wassersport liebe ich, seit ich klein war. Man sagt immer, das Meer sei der Weltraum des kleinen Mannes, und ich glaube, das beschreibt es ganz gut”, erzählt Walter. Über ihm surrt der Ventilator auf Hochtouren, er sitzt in seinem Büro, das mit Bast verkleidet ist. “Als ich dann anfing, auf meinen Reisen als Tauchlehrer zu arbeiten, kam irgendwann der Punkt, an dem ich mich entscheiden musste: Gehe ich zurück nach Deutschland und führe ein Leben, wie es dort üblich ist, in Anzug und Krawatte, oder baue ich mir etwas Eigenes auf, von dem ich leben kann?” Unnötig zu erwähnen, dass er sich für Letzteres entschieden hat. Mittlerweile ist Walter ein alter Hase auf der Insel und überall bestens bekannt. In Punta Cana half er vor Jahren mit, die Entwicklung des Wassersports im Land voranzutreiben. Hierher verschlagen hat es ihn vor allem wegen der Menschen: Auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem er arbeitete, lernte er einige Dominikaner kennen und freute sich über ihre Unbedachtheit, ihre Freundlichkeit, aber auch ihren Respekt. “Hier pflegt man einen viel entspannteren Lifestyle”, meint Walter. Dass ihm dieser gefällt, merkt man auch an seiner Tauch-Crew. Die Mitarbeiter von “VIP Divers” kommen aus der ganzen Welt, sprechen Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch und Französisch. Viele von ihnen waren ihr “altes” Leben leid. Man merkt ihnen an, dass sie das, was sie jetzt tun, lieben. Kein Wunder, dass Walter seine alte Heimat kaum vermisst. “Ein bis zwei Mal pro Jahr fliege ich noch nach Deutschland und besuche Freunde und Familie. Dort leben möchte ich aber nicht mehr.”

Mit den Fischen schwimmen

Der Augsburger entdeckt lieber weiter die Unterwasserwelt. Auch wenn er selbst mittlerweile längst nicht mehr jeden Tag im Wasser ist. “Ich leite immerhin ein Unternehmen und muss einiges Administratives regeln. Die Riffe und Tauchstellen in der Dominikanischen Republik sollte aber jeder einmal gesehen haben.” Punta Cana ist dank des seichten Wassers gerade für Tauch-Anfänger geeignet, und auch Familien kommen perfekt auf ihre Kosten. “Falls ein Familienmitglied nicht tauchen möchte, kann es bei uns auch zum Schnorcheln gehen, während die anderen auf einem Tauchgang sind, oder am Strand und auf dem Bootsdeck entspannen und es sich gut gehen lassen.” Diejenigen, die sich die Taucherbrille aufsetzen, haben die Chance, Ammenhaie, Perlen-Kofferfische, Papageienfische und Schnapper zu entdecken. “Punta Cana ist nicht per se ein Tauchgebiet wie etwa die Malediven oder das Rote Meer. Trotzdem gibt es unter Wasser unendlich viel zu entdecken”, weiss Walter zu berichten. Und ja, auch Delfine kommen vor, aber: “Hier muss man wirklich vorsichtig sein. Wenn man eine Delfin-Tour bucht, fährt man oft zu Tieren, die in Gefangenschaft im Meer oder sogar in einem Pool leben. Sie werden aus ihrem natürlichen Lebensraum gerissen und das wird so lange der Fall bleiben, wie Menschen weiterhin dafür bezahlen.” Walter kennt auch die Schattenseiten der traumhaften Umgebung. “Auch das Abwassersystem vieler Hotels ist ein Problem für das Meer, die Struktur muss hier erst noch entstehen. Und ganz wichtig: auf keinen Fall irgendetwas aus dem Meer mitnehmen - ausser natürlich Plastikmüll!”

Abenteuer Höhlentauchen

Richtig spannend wird es mit den “VIP Divers” vor allem für eingefleischte Taucher. Denn Walters Tauchschule bietet auch diverse Höhlen-Tauchgänge an, etwa im Del-Este-Nationalpark. Um am “Caverndiving” teilnehmen zu dürfen, muss man in diesem Gebiet die entsprechende Erfahrung sowie den “Advanced Tauchschein” haben, oder im Besitz eines Höhlen-Tauchscheins sein. Diesen kann man natürlich auch direkt bei den “VIP Divers” absolvieren. Das Erlebnis lohnt sich dafür umso mehr. “In den Höhlensystemen in der Dominikanischen Republik kann man in eine ganz andere Welt abtauchen. Es ist ein einzigartiges Gefühl.” Wer dann “angefixt” ist, kann sich hier auch zum Tauchlehrer ausbilden lassen und vielleicht schon bald selbst seinen Traum verwirklichen.

Bleibt nur eine letzte Frage: Wo macht man eigentlich Urlaub, wenn man selbst im Paradies lebt? “Für mich ist alles Urlaub, was keine Arbeit ist”, sagt Walter. “Motorsegeln, einfach abschalten, und ich gehe auch immer noch gern privat tauchen!”

Das sind die 3 Top-Tauchspots in der Dominikanischen Republik

Wer zum ersten Mal in der Dominikanischen Republik tauchen geht, ist schnell vom Angebot überwältigt. Walter Frischbutter verrät seine drei Top-Spots für ein unvergessliches Unterwasser-Erlebnis.

Bayahibe: “Das Dorf im Südwesten der Dominikanischen Republik ist heute stark touristisch geprägt, bietet aber für Taucher eine ganze Menge. Am Strand liegt der Haupthafen für Überfahrten zur Isla Soana, an der man auch toll schnorcheln kann. Ausserdem befinden sich vor der Küste über 20 Tauchstellen. Darunter sind beeindruckende Wracks, die man bei einem Tauchgang erkunden kann.”

Catalina: „Der perfekte Familienausflug. Mit unserem Team gelangt man per Katamaran auf die unbewohnte Insel, die Familie kann schnorcheln und am Strand entspannen. Kurz vor der Insel liegt zum Beispiel das Wrack des berühmten Piraten Captain Kidd.”

Jaragua: „Der Jaragua-Nationalpark im Südosten der Insel ist das grösste Biosphärenreservat der Dominikanischen Republik . Trotzdem ist er touristisch kaum erschlossen. In den Höhlensystemen kann man abenteuerliche Tauchgänge erleben und die Natur hier ist einzigartig!“

Text: Malin Mueller