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Schnorcheln und Sonnen im karibischen Paradies

Einmal einen richtigen Strandurlaub machen und rundum ausspannen – das geht in der Dominikanischen Republik vortrefflich. Viel Sonne, klares Wasser, weisser Strand und die gut gelaunten Dominikaner machen es einem leicht.

Als ich vom Flugzeug aus das erste Mal aufs Meer blicke, wird mir sofort klar: Hier bin ich im Paradies angekommen. Ich muss an das “Bravo”-Poster denken, das zu Teenie-Zeiten in meinem und in sämtlichen Zimmern meiner Freunde hing. Das mit der Palme, die über dem Meer hängt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Aufnahme hier entstanden ist, denn genau so sieht es an jeder Ecke in Punta Cana aus.

Den ersten kleinen, durchaus positiven, Kulturschock bekommt man direkt nach der Landung am internationalen Flughafen. Das Dach ist aus Stroh gemacht, der Flughafen selbst aus Holz. Mehrere Stockwerke, Rolltreppen oder Shops sucht man vergeblich. Mit dem Shuttlebus geht es weiter zur Hotelanlage, dem “IFA Villas Bavaro Resort & Spa”. Das liegt - wie fast alle Resorts in Punta Cana - an der Playa Bavaro. Kein Wunder: Hier zieht sich ein traumhafter Sandstrand über 50 Kilometer am Meer entlang, das Wasser ist durch das vorgelagerte Korallenriff schön seicht und trotzdem kristallklar. Ausserdem ist diese Gegend ganztägig mit Strom und fliessendem Wasser versorgt. In der Karibik ist das ein Luxus und keineswegs selbstverständlich.

Fotos: Malin Mueller / IFA Villas Bavaro Resort & Spa

Fische am Hotelstrand

Statt in einem Hotelzimmer wohne ich in einem kleinen Bungalow. Ein Angebot für WLAN gibt es zwar, das funktioniert aber mehr schlecht als recht. Ich gebe nach kurzer Zeit auf und entscheide mich für ein unfreiwilliges Digital Detox. Das war vermutlich ohnehin mal nötig. Viel wichtiger, als dauerhaft online zu sein: endlich ab zum Strand! Als ich das Meer sehen kann, überkommt mich ein richtiges Glücksgefühl. Ich bin nicht gerade der emotionalste Mensch, aber die vielen Palmen, eine leichte Brise, der perfekte Strand und das türkisblaue Wasser – das ist schon ein einzigartiger Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Mich zieht es ins Wasser. Auf den Rat eines netten Hotel-Mitarbeiters nehme ich eine kleine Banane vom Buffet mit. Nicht für den Fall, dass mich zwischendurch der Hunger überkommt, sondern für die Fische. Kaum habe ich ein Stückchen ins Wasser geworfen, bin ich umzingelt von Hunderten kleinen Fischchen mit langen Nasen. Für mich als Schnorchel-Fan der perfekte Start!

Entspannung auf Dominikanisch

Am nächsten Morgen steht ein Besuch in der Zigarrenmanufaktur an, gehören Zigarren doch zu den Top-Exportprodukten des Landes. Die Arbeiterinnen, die hier an einem kleinen Tisch für die Touristen die Zigarren rollen, machen das offensichtlich schon eine ganze Weile. Ihre Finger sind von den Tabakblättern tiefrot gefärbt. Das fertige Endergebnis lagert gemeinsam mit Tausenden anderen Zigarren in einem Humidor, einem Raum aus Holz und mit hoher Luftfeuchtigkeit, die es braucht, um Zigarren über längere Zeit lagern zu können. Die Version vor Ort ist gross genug, um hineinzugehen. Der Besitzer warnt uns allerdings vor: “Schaut es euch an, aber nicht länger als drei Minuten”. Drinnen merke ich sofort, warum: Nach zwei Atemzügen bin ich benebelt (fühle mich aber tiefenentspannt). Anschliessend traue ich mich nicht mehr, die Zigarre zu probieren, die uns angeboten wird. Meine Mitausflügler sind aber von der Qualität überzeugt.

Nach einer Auszeit am Strand mache ich es mir im Whirlpool gemütlich und lerne den zweiten Exportschlager der Karibik kennen: Rum. Der Barkeeper bringt uns den Cuba Libre direkt an den Beckenrand, bis er die Bar schliesst. Er wird mein bester Freund - bis ich am Morgen danach um 6.30 Uhr aus dem Bett muss. Katerstimmung!

Die Welt unter Wasser entdecken

Die schlechte Laune verfliegt, als ich vom Bus, der uns zum Hafen gebracht hat, auf den Katamaran steigen kann. Das Wetter ist herrlich, der Tourguide lustig, und der nächste Cola-Rum lässt nicht lange auf sich warten. Wir fahren nach Saona. Die Insel im Osten ist gleichzeitig der grösste Nationalpark des Landes. Auf ihr leben gerade einmal 300 Einwohner. Die Häuschen sind zusammengezimmert, die Einrichtung sporadisch, beinahe alle leben vom Tourismus. Das Schönste an Soana ist das riesige Korallenriff direkt vor der Insel, über das man schnorcheln kann. Dabei heisst es den Bauch einziehen, denn das Wasser ist so flach, dass man Gefahr läuft, sich an den Korallen aufzuschürfen. Die Tausenden von Fischen in allen Farben, die sich zwischen den Korallen tummeln, entschädigen aber für die Angst beim Vorwärtstasten. Besonders ein kleiner Kugelfisch hat es mir angetan. Zurück am Strand gönne ich mir eine Piña Colada direkt aus einer Ananas. Sie kostet mich unverhältnismässige 10 Dollar, ist natürlich eine reine Touristenabzocke, schmeckt allerdings vor den oben bereits erwähnten Palmen aus dem Bravo-Magazin so gut, dass ich das Geld jederzeit wieder investieren würde.

Die natürliche Badewanne

Eine Touristenattraktion vor Saona ist die “natürliche Badewanne”. Das ist eine acht Kilometer lange Sandbank, das Wasser ist hier an den meisten Stellen nur hüfthoch und kristallklar. Berühmt ist die Sandbank vor allem für die grossen Seesterne, die hier leben. Leider sind am Touristenspot kaum noch welche vorhanden – die Tiere sterben, wenn man sie mehr als drei Sekunden aus dem Wasser nimmt. Weil viele Besucher Fotos mit den Sternen machen, haben sie nur ein kurzes Leben. Wir fahren mit unserer Gruppe an einen Platz, an dem man nicht stehen kann, sondern schwimmen muss. Erst jetzt glaube ich, dass die Sterne tatsächlich hier leben und nicht von den Guides als Fotosujet hergebracht werden: Als ich untertauche, sehe ich am Boden sicher 500 Seesterne, überall verteilt. Ein unvergessliches Erlebnis.

Auf dem Heimweg lasse ich mich bei einem Shoppingcenter aussetzen, denn meine Sonnenmilch war nach dem fünften Tag bereits aufgebraucht. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte. Die Kassiererin rechnet meine Dollar mal eben aus dem Kopf in Dominikanischen Pesos um, und ich zahle am Ende ungefähr den doppelten Preis. Später lerne ich, dass man am besten in der Landeswährung zahlt, dann kann man sich an den Auszeichnungen im Laden orientieren. Ein kleiner Trost: Im Shop auf der Hotelanlage hätte ich den dreifachen Preis gezahlt.

Wracks und Kanonenrohre

Ein paar Tage später geht es zum nächsten Schnorchelausflug auf die Isla Catalina. Schon bei der Anfahrt fällt auf, dass wir hier noch ein Stücken besser aufgehoben sind als beim ersten Ausflug. Wir sind nur eine kleine Gruppe und mit einem mittelgrossen Katamaran unterwegs. Auf dem Meer fahren wir vorbei an den riesigen Touristenbooten, die locker 70 Personen transportieren und Massenabfertigung beim Schnorcheln betreiben. Nicht weit von der Küste machen wir einen ersten Stopp. Erst einmal sieht man: nichts. Als sich das Wasser etwas beruhigt hat, zeigt mir ein Guide ein Seil, dass er am Boot festgemacht hat: Er taucht vor mir los, ich hinterher. Nur mit Flossen kann ich einigermassen mithalten. Nach nur ein paar Metern unter Wasser sehe ich ein Schiffswrack, darum herum Tausende gestreifter Fische. Ich muss nach oben um Luft zu holen, tauche aber gleich noch einmal unter. Ich wünschte, ich hätte eine Sauerstoffflasche dabei (kann aber leider nicht tauchen), der Anblick ist faszinierend. Das versenkte Schiff, das erst 2007 gefunden wurde, gehörte früher dem Piraten Captain Kidd, wenn man den amerikanischen Anthropologen glaubt. Es ist heute ein beliebter Spot zum Schnorcheln. Trotzdem hat unser Veranstalter es irgendwie bewerkstelligt, dass wir zu diesem Zeitpunkt die Einzigen vor Ort sind.

Sonnenstunden im Leben

Auf Catalina haben wir noch einmal Zeit, uns in der Sonne zu rekeln, zu schwimmen oder vor dem Strand zu schnorcheln und nutzen das natürlich aus. An den Schiffsstegen im Wasser haben sich über die Jahre viele Korallen gebildet und die Fische haben sich um diese versammelt. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein langer Steg, unter dem man stellenweise durchtauchen und Meter für Meter mehr Fische erspähen kann. Am letzten Steg-Teil ist man regelrecht von ihnen umzingelt.

Die letzten Tage im Hotel gehen wie im Flug vorbei: Dafür sorgen die angenehmen Temperaturen um 28 Grad, die gut gelaunten Hotelmitarbeiter, das Meer und der Strand. Auf dem Rückweg zum Flughafen sehe ich die Ferienhäuser, die den Dauerurlaubern gehören. “For Sale” steht an einem. Es wird wohl Zeit für ein Sparkonto.

Text: Malin Mueller