Insidertipps von Phuket-Fan Philippe Roussel | Edelweiss

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“Ich liebe Phuket zu jeder Jahreszeit"

Mit der Sitcom "ManneZimmer" wurde Philippe Roussel in der Schweiz bekannt. Häufig war er auch in Serien-Gastrollen im In- und Ausland zu sehen. Heute steht der Aargauer vor allem auf der Theaterbühne und gehört zu den meist-beschäftigten Schauspielern des Landes. In seiner Freizeit zieht es ihn in die Ferne – Philippe Roussel bezeichnet sich selbst als "Südostasien-Fanatiker". Phuket gehört zu seinen liebsten Reisezielen. Hier erzählt er, warum es ihm Asien im Allgemeinen und die thailändische Insel im Besonderen so angetan haben.

"Was mich an Südostasien fasziniert? Die Kultur dort ist total anders als die unsere. Wir können viel von den Menschen dort lernen, was Gelassenheit, Fröhlichkeit und Zufriedenheit angeht. Sehr viele Leute sind mit sehr wenig glücklich, davon könnten wir uns eine grosse Scheibe abschneiden. Ich fühle auch eine gewisse Nähe zum Buddhismus, obwohl ich keiner Religion angehöre. Ich mag auch die Architektur in den asiatischen Ländern und die reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt.

Fotos: zvg

Party in Patong, relaxen im Norden

Die thailändische Küche mag ich, neben italienischem Essen, am liebsten von allen. Es gibt zwar auch in der Schweiz durchaus authentische Thai-Restaurants, die meisten bieten aber europäisch 'abgeschwächtes' Essen an. Was wir als scharf empfinden, ist in Thailand allenfalls ein bisschen würzig. Wenn ich vor Ort bin, meide ich die grossen Restaurants meist und gehe dahin, wo auch die Einheimischen essen. Da schaue ich dann öfter einfach in der Küche vorbei und frage, ob ich beim Kochen zuschauen darf. Ich lasse mir alles zeigen und versuche dann, die Gerichte zu Hause nachzukochen. Dabei haben die meisten Thais gar keine Küche zu Hause: Gegessen wird aus den Garküchen auf der Strasse. Frischer und authentischer geht’s kaum! Als Gast beeindruckt mich die Dienstleistungskultur der Thais. Ihre Freundlichkeit und Herzlichkeit sind nicht gespielt.

Phuket ist etwa so gross wie der Kanton Aargau und bietet sehr viel Abwechslung. Die meisten kennen vor allem Patong, die Partymeile an einem riesigen Strand, die alles bietet. Das vermittelt ein etwas verfälschtes Bild der Insel, denn zum Beispiel im Norden ist es sehr ruhig. Pak Phra Beach, der nördlichste aller Strände auf Phuket, liegt direkt gegenüber dem Festland und ist wunderschön und fernab vom Trubel. Einer meiner Lieblingsstrände ist der Surin Beach an der Westküste. Es gibt dort den tollen 'Catch Beach Club' mit bequemen Liegen und einem super Service. Abends wird der Club zum Restaurant direkt am Strand. Ich empfehle aber unbedingt, auch ein Auto zu mieten und die versteckten Badebuchten abseits der grossen Strände zu entdecken. Dabei sollte man bedenken, dass 'normale' Autos hier eher schwach sind, wer keinen Wagen mit Allradantrieb fährt, kommt wohl kaum einen Hügel hoch.

Natur und Kultur pur

Im Norden liegt der Khao Phra Thaeo Wildlife Park, in dem sich das einzige signifikante Regenwald-Vorkommen auf Phuket befindet. Wunderschöne Wasserfälle und ein schwimmendes Restaurant machen den Park zur Attraktion. Ausserdem ist hier eine Auffangstation für Gibbon-Affen. Leider missbraucht man sie oft als Fotosujet für Touristen und sie werden krank oder verletzt. In der Station werden sie gesund gepflegt. Ein Appell an alle: Bitte lasst euch nicht mit Gibbons fotografieren, die Tiere haben keinen Spass daran!

Der grösste und bekannteste Tempel Phukets ist der Wat Chalong im Süden. Die weitläufige Anlage besteht aus mehreren Gebäuden und ist nicht nur für Touristen Pflichtprogramm, sondern vor allem auch für Thais, die nach Phuket kommen. Mit Opfergaben wird um die Erfüllung von Wünschen gebeten. Ein weiteres Wahrzeichen ist der Big Buddha, eine 45 Meter hohe Buddha-Statue aus weissem Marmor. Ein echtes Must-See. Wer mag, versucht, einen Ton aus einem der Riesengongs herauszukriegen – echt schwierig! Es gibt auf der Insel auch einige Tsunami-Gedenkstätten – der Tsunami von 2004 ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte Thailands und Phukets, das aber nicht totgeschwiegen werden darf. An Orten wie dem Ban Nam Khem Tsunami Memorial Park kann man nicht nur die Geschichte auf sich wirken lassen, sondern auch für die Hinterbliebenen der Opfer spenden.

Tagsüber Bootsausflug, abends Live-Musik

Phuket ist eine Insel für alles: Strandferien, Shopping, Kultur, Party, Relaxen. Es gibt tolle Wellness-Tempel, von recht einfach bis sehr luxuriös. Schön sind auch Tagesausflüge per Boot zu den kleineren Inseln. Vor den Similan-Inseln ist das Wasser glasklar und ideal zum Schnorcheln. Die Inselgruppe Ko Phi Phi ist zwar ein Touristenmagnet und deshalb oft sehr voll, gehört aber zu den schönsten Inseln in ganz Südostasien. Wunderschön ist auch Yao Noi, die Insel liegt zwischen Phuket und dem Ort Krabi auf dem Festland. Hier befindet sich das grandiose ‘Six Senses Resort’.

Ein Ort, der mir besonders gut gefällt, ist Phuket Town. Die Altstadt ist von der Architektur her portugiesisch angehaucht, das kommt aus der Kolonialzeit. Thailand und Phuket waren zwar nie eine portugiesische Kolonie, es gab aber eine portugiesische Handelsniederlassung. Hier hat sich eine tolle Ausgangs-Szene entwickelt, mit vielen Beizen mit Live-Musik. Ich liebe es, mich einfach durch die Gassen treiben zu lassen.

Regenzeit – na und?

Wenn ich auf Phuket Ferien mache, logiere ich nie im Hotel, sondern miete ein Haus. Das ist erstens günstiger und zweitens näher am Leben. Mein Frühstück besorge ich mir auf dem lokalen Markt, mittags und abends esse ich in einem kleinen Restaurant oder auf der Strasse. Ich stelle mich dann einfach dort an, wo die Thais auch anstehen, da ist es mit Sicherheit gut, günstig und authentisch.

Und übrigens: Ich liebe Phuket zu jeder Jahreszeit. Die Regenzeit bedeutet nicht, dass es ununterbrochen schüttet, sondern höchstens mal zwischendurch. Phuket ist an Orten wie Patong Party pur und ausserhalb idyllisch, natürlich und wunderschön. Hier findet man alles, was das Herz begehrt."

3 Tipps auf Phuket

Phuket Town: Die portugiesische Altstadt ist grossartig. Man kann sich hier abends oder auch tagsüber einfach durch die Gassen treiben lassen, etwas essen und trinken, die Leute beobachten und der Live-Musik lauschen.

Surin Beach: Zwar nicht mehr wirklich ein Geheimtipp, aber dennoch vom Massentourismus weitgehend verschont. Und abends gibt es hier spektakuläre Sonnenuntergänge.

Phuket Gibbon Rehabilitation Center: Das Center befindet sich beim Bang Pae Waterfall im Khao Phra Thaeo Wildlife Park. Hier werden missbrauchte Gibbon-Affen gesund gepflegt, mit dem Ziel, sie wieder auszusiedeln. (Gibbon Rehabilitation Centre, Bang Pae Waterfall, Pa Khlock, Thalang, Phuket 83110, www.gibbonproject.org)

Text: Sandra Casalini