Navigation

Herzlich Willkommen bei Edelweiss. Um Ihren Besuch auf unserer Webseite zu erleichtern, verwenden wir Cookies. Mit Ihrem Besuch auf flyedelweiss.com akzeptieren Sie unsere Cookie Policy.

Suche

Suchen

Teil 1: Ein bisschen Glitzer und ganz viel pure Natur

1100 Kilometer entsprechen ungefähr der Distanz von Zürich nach Venedig und zurück. Dieselbe Distanz legte das Blogger-Duo von Newly Swissed auf seiner einwöchigen Rundreise durch die Naturwunder des amerikanischen Südwestens zurück. Zurück kam das Paar mit ganz vielen Eindrücken - und sozusagen frisch verheiratet.

Das Abenteuer beginnt bereits beim Landeanflug auf Las Vegas. Der Blick aus dem Fenster offenbart eine weite Wüstenlandschaft, die in über fünfzig Braunschattierungen leuchtet. Zwischen tiefen Falten bahnt sich der mächtige Colorado River seinen Weg. Er garantiert der jährlich von Abermillionen Touristen besuchten Stadt Las Vegas (auch bekannt als «Sin City») ihre Stromversorgung.

Hier ist praktisch alles von Menschenhand erschaffen, so auch der Nachbau des Eiffelturms unweit vom Caesars Palace. Oder die Rialtobrücke, die zum Venetian Resort Hotel gehört und auf einem Laufband überquert werden kann. Im und vor dem Venetian Hotel fliessen sogar Kanäle, auf denen charmante Hotelmitarbeiter in Gondoliere-Kleidung Gäste zu einer ferngesteuerten, mit Gesang unterlegten Gondelfahrt einladen. Ob am Glücksspiel interessiert oder nicht, ein Erkunden der vielen Themenhotels am Las Vegas Strip ist zu jeder Uhrzeit ein faszinierendes Erlebnis. Dabei empfiehlt es sich, mitunter ein Uber-Taxi zu bestellen. Andernfalls wird aus einem lockeren Spaziergang schnell mal eine ausgiebige Wanderung.

Fotos: NewlySwissed

Tag 1: Von Las Vegas nach Bearizona und Grand Canyon (4 Std. 10 Min.)

Jetlag sei Dank sind wir bereits vor Sonnenaufgang auf den Beinen. Die perfekte Zeit also, um Verkehr und Menschenauflauf zuvorzukommen. In der Tasche haben wir unsere berühmte «Löffelliste» - eine Liste der Dinge, die wir unbedingt gesehen haben wollen, bevor wir den sprichwörtlichen Löffel abgeben. Von ihr möchten wir in den nächsten Tagen einige Punkte abhaken. Um acht Uhr in der Frühe sind wir denn auch die Ersten, die ihr Fahrzeug am berühmten Las-Vegas-Schild am südlichen Ende des Strips parken. Dort treffen wir auf Dean, einen Hobby-Fotografen, der für Trinkgelder arbeitet und ein schönes Foto von uns Frühaufstehern macht.

Wir verlassen Las Vegas und folgen dem U.S. Highway 93 in Richtung Süden. Bevor wir den Hoover-Staudamm passieren, gönnen wir uns einen Abstecher zum Lake-Mead-Aussichtspunkt. Danach führt unser Weg am Rattlesnake Wash und Peacock Wash vorbei. Die unglaublich vielfältige Landschaft nötigt uns förmlich dazu, langsamer zu fahren. Nach einer kurzen Pause an der historischen Route 66 geht’s mit unserem Mietwagen über 1000 Meter hinauf in einen Pinienwald, vorbei an faszinierenden Gesteinsschichten, an denen wir uns nicht sattsehen können. Bei der Ausfahrt US-40 East zum Grand Canyon zieht ein riesiges Schild unsere Aufmerksamkeit auf sich: «Bearizona». Wir entscheiden uns spontan für eine Safarifahrt durch diesen Tierpark, was sich als Volltreffer erweist. An diesem späten Nachmittag sind die Schwarzbären, weissen Wölfe, Bisons und Maultierhirsche besonders aktiv. Entsprechend rasch füllt sich die Speicherkarte unseres Fotoapparates.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir Yavapai Lodge am South Rim des Grand Canyon Nationalparks. Wir schaffen es rechtzeitig zum Sonnenuntergang und eilen zum Mather Point, um dort zusammen mit Dutzenden von anderen Glückspilzen die bis zu 1600 Meter tiefen, in Rot- und Orangetönen leuchtenden Felsen zu bewundern.

Ein Pass für den einmaligen Grand-Canyon-Parkeintritt ist gegen eine Gebühr erhältlich. Der Pass ist sieben Tage lang gültig und schliesst beide Schluchtränder (North und South Rim) ein. Wir empfehlen allerdings, eine Jahreskarte zu kaufen. Sie kostet nur 80 US-Dollar und gewährt Zutritt zu sämtlichen 58 Nationalparks in den USA.

Tag 2: Grand Canyon Rim Trail

Wir widmen dem Grand Canyon einen ganzen Tag. Er steht schliesslich ganz oben auf der «Löffelliste». Die schiere Grösse des Parks verlangt eine Entscheidung von uns: Wandern entlang des Schluchtenrandes (Rim Trail) oder den Steilpfad hinunter in die Tiefen des Canyons? «Runtergehen ist fakultativ, wieder hochkommen hingegen Pflicht», witzelt der Park Ranger. Da wir noch einen weiten Weg vor uns haben - und in Anbetracht unseres eher bescheidenen Fitnessniveaus - entscheiden wir uns für die Rim Trail Wanderung.

Mit jedem Schritt offenbart sich eine neue Sicht auf den 1600 Meter tiefen Canyon. Wir fühlen uns zuweilen wie in der Höhe schwebende kalifornische Kondore. Der Rim Trail erstreckt sich über 21 km vom South Kaibab Wanderweg-Ausgangspunkt bis zum Hermit’s Rest. Die wichtigsten Aussichtspunkte auf diesem weitgehend befestigten Weg sind mit dem kostenlosen Shuttle-Busdienst des Parks erreichbar.

Als naturverbundene Wanderer ziehen wir den unbefestigten Teil des Wegs zwischen Monument Creek Vista und Mohave Point vor. Rückblickend hätten wir auch den Greenway Trail zwischen Monument Creek Vista und Pima Point auslassen und für dieses Teilstück den Shuttlebus nehmen können. Auf diesem 2.7 km langen, für Rollstühle und Fahrräder geeigneten Teilabschnitt ist die Sicht auf den Canyon begrenzt.

Der «Trail of Time» zwischen dem Yavapai Geological Museum und dem Verkamp’s Visitor Center ist ein echtes Highlight. Hier entspricht jeder Meter einer Million Jahre in der geologischen Zeitachse des Grand Canyons. Der 4.5 km lange Weg umfasst fünfzig Exponate von Grand Canyon Felsen, die jeweils am Standort ihres «Geburtstags» plaziert sind – so zum Beispiel ein 270 Millionen Jahre altes Fossil sowie 1.7 Milliarden Jahre alte Falten.

Text: NewlySwissed