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Trainingsparadies für eiserne Jungs

Der Ironman Lanzarote ist der traditionsreichste Ironman in ganz Europa. Vor allem die Radstrecke, die über die gesamte Insel führt, hat es in sich. Das Eiland ist aber auch als Trainingsgelände beliebt. Athleten wie der Schweizer Jan van Berkel bereiten sich regelmässig auf Lanzarote auf ihre Wettkämpfe vor.

Seit 1992 findet auf Lanzarote jeweils im Mai ein Wettkampf über die Ironman-Distanzen statt: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Velofahren und 42,195 Kilometer Laufen. Start und Ziel sind in Puerto del Carmen, dem wichtigsten Touristenort der Kanareninsel. An der ersten Austragung des Ironman Lanzarote gingen 131 Athleten an den Start, im Rekordjahr 2014 waren es gut 2'250! Der Wettkampf ist der älteste europäische Triathlon unter dem Markenzeichen Ironman, und somit der traditionsreichste in Europa. Mit Christoph Mauch (2001) und Karin Thürig (2006) haben bereits zwei Schweizer den Ironman Lanzarote gewonnen.

Vor allem die Radstrecke ist berühmt-berüchtigt: Sie geht über 2'500 Höhenmeter, und die Fahrer haben nicht selten mit den gefürchteten Passatwinden zu kämpfen. Den Profis winkt ein Sieger-Preisgeld von 25'000 US-Dollar – und unter Umständen eine Qualifikation für den berühmtesten Ironman der Welt, den Ironman Hawaii. Die Athleten lieben den Wettkampf auf Lanzarote vor allem wegen der Kontraste: Von Bergen übers Meer bis hin zur Sandwüste El Jable zwischen Tinajo, Famara und Teguise durchradelt, -läuft und -schwimmt man hier alles. Die Radstrecke führt über die ganze Insel, zu einem grossen Teil über Lavalandschaft. Den höchsten Punkt erreicht sie im Famara-Gebirge im Norden bei der Wallfahrtskapelle “Ermita de las Nieves”.

Fotos: zvg

„Man nimmt alles aktiver wahr – das Gefühl, den Geruch“

Der ehemalige Schweizer Junioren- und Jugend-Staatsmeister Jan van Berkel hat zu seinem grossen Bedauern noch nie am Ironman Lanzarote teilgenommen: „Er überschneidet sich zeitlich immer mit meinem Training für den Ironman Zürich. Das ist sehr schade.“ Der Zürcher trainiert aber regelmässig auf der Kanareninsel. „Die Infrastruktur und das Klima sind ideal. Dank des stabilen Wetters kann man dort fast das ganze Jahr über trainieren.“ Auch die Landschaft ist perfekt für den Triathlon: Es gibt Wechsel zwischen flachen Abschnitten und Anstiegen, steinige, sandige und gepflasterte Strecken.

Beim Training spürt van Berkel die Höhenmeter und den Wind: „Sie machen das Rennen härter und langsamer, man braucht hier gut 40 Minuten länger als bei anderen Wettkämpfen über die gleiche Distanz.“ Dabei ist genau dies ein Grund, weshalb der Triathlet Lanzarote als Trainingsgelände so schätzt: „Man nimmt alles aktiver wahr, das Gefühl unter den Füssen oder den Rädern, den Geruch, und man kennt die Strassen und Wege irgendwann buchstäblich in- und auswendig. Die Landschaft ist auch dank des Vulkangesteins niemals eintönig und ganz anders als zum Beispiel das tropische Hawaii. Diese intensive Begegnung mit der Natur ist einmalig.“

„Ich verbinde viele Orte auf Lanzarote mit Emotionen“

Van Berkel trainiert aber nicht nur auf der Ironman-Strecke, sondern wählt immer wieder unterschiedliche Trainingseinheiten aus. „Das ist nicht wie Skifahren, wo die Pisten gegeben sind. Man kann sich selbst aussuchen, welche Landschaften man wann durchqueren will“, erklärt der Spitzensportler. Zwei bis vier Trainings stehen täglich an, wenn Jan van Berkel mit einer Gruppe von Kollegen und einem Trainer auf Lanzarote weilt. Den Fokus legt er hier aufs Velofahren, absolviert aber natürlich auch mal die eine oder andere Lauf- oder Schwimmeinheit. Da kommt er dann schon mal auf 40 Trainingsstunden die Woche. „Wenn ich auf Lanzarote bin, muss ich die Zeit nutzen. Da habe ich wenig anderes im Kopf als Triathlon.“

Ein Ruhetag ist nur selten drin. Den verbringt Jan dann meist mit Lesen am Strand. Auf Sightseeing hat er nach der intensiven Bewegung kaum Lust. „Trotzdem habe ich sicher mehr von Lanzarote gesehen als jene, die mit dem Auto hier herumkurven. Ich kenne viele Ecken. Zudem verbinde ich sehr viele der Orte und Landschaften mit Erlebnissen und Emotionen, das macht alles noch intensiver.“

„Ein bisschen Wellenreiten zum Spass“

Einer von Jan van Berkels Lieblingsorten ist der Mirador del Río, ein Aussichtspunkt ganz im Norden Lanzarotes. Er befindet sich auf 475 Metern über Meer an der Steilküste und bietet einen atemberaubenden Ausblick über die Klippen, die Meerenge Río, den Chinijo-Archipel und den Felsen Roque del Este.

Im Naturschutzgebiet des Chinijo-Archipels liegt Jan van Berkels Lieblingsstrand: der Famara Beach. Der drei Kilometer lange Sandstrand ist in letzten Jahren zwar zum Hotspot für Wellenreiter, Wind- und Kitesurfer geworden, ist aber trotzdem nicht so vom Tourismus geprägt wie viele der Orte im Süden Lanzarotes. „Hier gehe ich ab und zu mal Wellenreiten, einfach so, zum Spass“, erzählt van Berkel. „Vor allem aber mag ich den Strand wegen der entspannten Atmosphäre.“

„Ich esse massenweise Knoblauch. Meine Freundin ist ja nicht dabei“

Die Schweizer Triathleten logieren jeweils im Hotel “Club La Santa” in Tinajo, wo man in Appartements wohnt. Wer mag, kocht selbst, aber meist wird im Restaurant gegessen. Jans Favorit, was das Essen angeht: “Papas arrugadas”, typische kanarische Salz-Schrumpfkartoffeln mit grüner oder roter Sauce. Original werden sie in Meerwasser gekocht. Dann wird das Wasser abgegossen und die Kartoffeln zugedeckt nochmal auf den Herd gestellt, so bildet sich auf ihnen eine weisse Salzkruste und die Schale bekommt das typische „runzlige“ Aussehen. „Und sonst geniesse ich es, zu allem richtig viel Knoblauch zu essen“, gesteht Triathlet van Berkel lachend. „Das geht, denn im Training ist meine Freundin nicht dabei.“ Ausserdem reinigt Knoblauch das Blut, und das kann ja gerade bei körperlichen Anstrengungen nicht schaden.

Als frühe Vorbereitung auf den Ironman Zürich hat Lanzarote Jan van Berkel bereits einiges Glück gebracht – immerhin beendete er den Wettkampf in der Limmatstadt zweimal als Zweiter und einmal als Dritter. Wer weiss, vielleicht schafft er es ja doch einmal, den Ironman Lanzarote zu absolvieren. Immerhin kennt er die Strecke inzwischen wie seine Hosentasche. Da läge wohl einiges drin!

3 Tipps auf Lanzarote

Mirador del Río: Der Aussichtspunkt im Norden von Lanzarote bietet atemberaubende Ausblicke und ist ein beliebtes Touristenziel. (35500 Lanzarote, Provinz Las Palmas, Spanien)

Famara Beach: Der Strand beim Dorf Caleta de Famara liegt im Naturschutzgebiet des Chinijo-Archipels und ist bei Wellenreitern, Wind- und Kitesurfern beliebt. (www.lanzasurf.com/de/lanzarote-kanaren/famara-beach)

Hotel Club La Santa: In dem Sporthotel in Tinajo finden die Triathleten optimale Bedingungen für ihr Training. Es ist aber auch für Urlauber geeignet, die Badeferien machen und von hier aus die Insel entdecken wollen. (Avenida Krogager, s/n, 35560 Tinajo, Las Palmas, Spanien, www.clublasanta.com/de)

Text: Sandra Casalini