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Mein Motorrad und “mi familia”

Cesar Gomez liebt sein Leben in Las Palmas de Gran Canaria. Als Familienvater und passionierter Biker hat er auch allen Grund dazu, denn hier lassen sich seine beiden Leidenschaften bestens ausleben. Er verrät die schönsten Strecken der Insel, seine Familientipps und warum er einen ganz besonderen Bezug zur Schweiz hat.

Der Flieger mit der charakteristischen Alpenblume auf dem Heck hebt am Flughafen von Las Palmas de Gran Canaria ab in die Lüfte, die Gäste von Edelweiss werden schon in wenigen Stunden wieder in Zürich landen. Währenddessen packt Cesar Gomez im Tower seine Sachen. Es war eine gute Schicht für den Fluglotsen. “Ich mag die Edelweiss Piloten, sie machen klare Angaben und verstehen meine Anweisungen sehr gut.” Für den Vater von zwei Töchtern ist es Zeit, sich von seinem einen Schweizer Liebling zu verabschieden und zum anderen zu fahren: zu seiner Frau Monika. “Ich habe schon einen ganz besonderen Bezug zur Schweiz”, lacht Cesar, der gebürtig aus Madrid kommt.

Fotos: Cesar Gomez

Ganz entspannt

“Mein Job hat mich nach Las Palmas gebracht. Ich habe zuvor im Baskenland als Fluglotse gearbeitet. Als wir dann die Möglichkeit bekamen, in den Süden zu ziehen, haben wir nicht lange gezögert. Wir lieben es hier.” Cesars Begeisterung für Gran Canaria kommt nicht von ungefähr. “Hier ist etwas, das geht dir unter die Haut”, meint er. Auf der einen Seite sei es natürlich das Klima. Vor allem aber seien es die Menschen, die so hilfsbereit, offen und entspannt seien, aber keineswegs faul. “Die Dinge werden auf jeden Fall erledigt. Einfach auf eine entspannte Art und Weise.”

Biken als Leidenschaft

Und dann ist da noch etwas, dass Gran Canaria attraktiv für Cesar und für so viele andere Besucher macht: Der Spanier ist begeisterter Motorradfahrer und liebt es, zu jeder Jahreszeit über die Insel fahren zu können. “Egal ob Februar oder Juni, man fühlt sich einfach frei!” Er verrät seine Lieblingsroute. “Ich starte in San Gregorio, einem kleinen Wohnviertel in Las Palmas, und fahre zuerst einmal in das kleine Städtchen Ejido.” Der nächste Stopp auf Cesars Route ist der Aussichtspunkt “La Breña”, der schon ein gutes Stückchen höher liegt. Noch weiter rauf geht es in das Städtchen Cazadores. “Ab hier kann es kühl werden. Am besten packt man schon vorab etwas Warmes ein.” Ein paar Kilometer weiter folgt der Ort Las Mesas. Und natürlich wird es noch kälter. “Oft liegen zwischen dem Punkt hier und unten in Las Palmas 10 Grad!” Zum Schluss folgt Cesars liebster Punkt auf der Insel, der der eigentliche Grund für all die Temperatur-Strapazen ist: der Roque Nublo, der mit seinem charakteristischen Gipfelaufbau gleichzeitig das Wahrzeichen der Insel ist. Der Gipfel liegt auf 1’813 Metern über dem Meeresspiegel und bietet einen grandiosen Ausblick. “Ich bin jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie sehr sich die Landschaft allein auf dem Weg dorthin ändert.”

Von Braun zu Grün

Das ist wohl für viele etwas vom Spannendsten an Gran Canaria: Von kargen, wüstenähnlichen Landschaften im südlichen Inneren des Landes bis hin zu dem satt-grünen Teil im Norden findet man hier die ganze Bandbreite. Cesar weiss davon nur zu gut zu berichten: “Man läuft mit Shorts und Trekkingsandalen los und nach wenigen Stunden bräuchte man eigentlich einen Pulli und eine Jacke, weil es kalt und nass wird.” Die Vulkaninsel ist eben unberechenbar.

Die Familieninsel

“Gran Canaria ist sehr familienorientiert”, berichtet Cesar. “Hier geht es nicht zu wie auf Ibiza. Es gibt schon auch junge Menschen, die feiern gehen. Aber es ist keine reine Party-Insel.” Der Familienvater empfiehlt etwa den Anfi Beach im Süden, 30 Minuten von Las Palmas de Gran Canaria. Durch das flache Wasser am Strand gibt es kaum Wellen. Die Kinder können ungestört spielen, während die Eltern plaudern. “Wir sind am Wochenende gern mit unseren Kids und Freunden hier.” Wer lieber ins Grüne will, fährt in den “Parque Urbano Del Sur” im Süden der Insel. Etwa 30 Minuten südlich von Las Palmas de Gran Canaria findet man hier viel Platz zum Toben und Spazierengehen. Sattes Grün, ein See und Cafés im Park machen den Ausflug ideal für Familien. Eine gute Idee ist es, vorab den Picknickkorb zu packen. “Mit unseren Kindern fahren wir ausserdem gern auf die Farmen und in die ländlichen Regionen hier im Norden”, erzählt Cesar “Zum Beispiel in die “Granja El Tío Isidro” in Telde, eine Landwirtschaftsschule. Dort begegnen die Kids Tieren, können sich auf den Spielplätzen austoben und spielerisch lernen, wie der Anbau von Getreide funktioniert.” Auch La Laguna in Valleseco ist bei Cesar und seiner Familie beliebt: Mehrmals im Jahr finden hier von der Stadt organisierte Pferderennen statt, die Gross und Klein gleichermassen begeistern.

Zeit zu zweit

Familienzeit hin oder her, auch wer zu zweit nach Las Palmas de Gran Canaria kommt (oder mal eine Pause vom Eltern-Sein braucht), kann eine tolle Zeit geniessen. Mit zwei kleinen Kindern sind Cesar und Monika diese Auszeiten wichtig. “Einmal in der Woche versuchen wir, uns wie normale Menschen zu fühlen”, scherzt Cesar. Dann gehen er und seine Frau an den Hafen zum Lunchen und geniessen die Aussicht auf die Boote, die ankommen und ablegen. Der Lieblingsplatz der beiden heisst “Allende”. Die Kette betreibt mehrere Restaurants in Las Palmas de Gran Canaria. Ins “Allende Muelle” direkt am “Puerto Deportivo” gehen die beiden am liebsten. Das Essen ist mediterran, modern und preiswert, ihr Favorit steht aber auf der Getränkekarte: “Meine Frau nennt das Restaurant nur noch ‘The Lemonade Place’. Also unbedingt die hausgemachte Limonade probieren!” Beliebt ist auch das Lokal “Bienmesabe Ciudad del Mar”. Es liegt im kleinen Fischerquartier San Cristobal in Las Palmas de Gran Canaria und serviert hervorragende Fischgerichte in überraschend modernem Ambiente. Für einen Drink zum Abschluss empfiehlt Cesar einen Cocktail auf der Terrasse des “La Azotea de Nenito”. “Wenn man abends die Boote mit ihren Lichtern im Hafen beobachten kann, erinnert mich das daran, wie glücklich ich hier mit meinem Leben bin.”

Cesars drei Top-Tipps für Gran Canaria

Gran Canaria ist ein beliebtes Reiseziel der Schweizer, vor allem um am Strand Sonne zu tanken. Dabei ist die Vulkaninsel so vielseitig wie kaum eine andere Destination und lohnt sich, entdeckt zu werden.

Auf den Gipfel: “Ob mit dem Motorbike, dem Auto oder zu Fuss in Wanderschuhen: Zwischen dem Startort und dem Zielpunkt auf dem Gipfel des ‘Roque Nublo’ liegen schnell mal zehn Grad Temperaturunterschied. Die Aussicht über die ganze Insel entschädigt für die Strapazen.”

Ins Innenland: “Auch abseits von goldenen Stränden gibt es hier schöne Ecken, vor allem im Innenland. Mit unseren Kids fahren wir gern auf die ‘Granja El Tío Isidro’ in Telde. Hier lernen die Kleinen mit Spass viel über Landwirtschaft. Uns ist wichtig, dass sie wissen, wie Kühe aussehen und dass Lebensmittel auf Feldern angebaut werden.” (Camino al Maipez s/n, 35220 Jinamar - Telde, Spanien)

Gutes Essen und beste Limo: “Wir lieben es, unsere Abende zu zweit im ‘Allende Muelle’ am Yachthafen zu verbringen. Das Essen ist preiswert und sehr gut, die Bedienung freundlich und der Blick aufs Wasser einmalig. Unser Liebling: die hausgemachte Limo hier.” (CC Sotavento, Avenida Marítima, 2, 35006 Las Palmas de Gran Canaria, Las Palmas, Spanien)

Text: Malin Mueller